Psychosomatik
Dr. med. Sabine Schapals
Dr. Volksmund verrät uns viel über Psychosomatik
„Ein Herz, das bis zum Halse schlägt“; „Wenn einem das Blut in den Adern gefriert“, „Da kriegst Du die Krätze“, „Mir dreht sich der Magen um“ oder „etwas schlägt auf den Magen“ „die Galle läuft mir über“; „Mir platzt gleich der Kragen“; „die Zornesröte steigt ins Gesicht“, „es läuft mir kalt den Rücken runter“, die Nackenhaare stehen mir zu Berge", "es verschlägt mir die Sprache", usw.
"Dein Körper hört alles, was dein Kopf sagt!" Naomie Judd
Die psychosomatische Medizin beschäftigt sich – als eigenes medizinisches Fachgebiet – mit den Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper, als auch den Behandlungsmöglichkeiten. Die somatische und die psychosomatische Behandlung sind keine Gegensätze. Ein gute somatische Behandlung kann bei vielen PatientInnen die Voraussetzung für eine gelingende psychosomatische Therapie sein.
Langanhaltende seelische und soziale Belastungen, Konflikte, schwierige Lebensumstände oder Lebenskrisen können körperliche Beschwerden und Erkrankungen auslösen oder deren Verlauf erheblich beeinträchtigen. Der Körper reagiert auf emotionale Belastungen mit körperlichen Symptomen. Gefühle, die nicht ausgedrückt oder verarbeitet werden, können sich im Körper manifestieren. Dies kann zu Verspannungen, Schmerzen oder anderen körperlichen Erkrankungen führen. Diese Beschwerden sind nicht eingebildet, sondern beruhen auf physiologischen Mechanismen.
Es können umgekehrt, schwere körperliche Erkrankungen das seelische Gleichgewicht erheblich beeinflussen und zu psychischen Beeinträchtigungen führen.
„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare."
Christian Morgenstern
Embodiment
Nach der Theorie des Embodied Mind beruht der Bezug des Menschen zur Welt auf körperlich-handelnder Erfahrung. Die Embodiment-Forschung geht davon aus, dass unser Geist – also unser Denken und unser Verstand – und damit unser kognitives System als auch unsere Psyche immer in Verbindung zu unserem gesamten Körper stehen. Es wurde wissenschaftlich belegt, dass unsere Körperhaltung direkt unsere Stimmung, Denkweise und unser Verhalten beeinflusst - und umgekehrt. Wer bewusst lächelt oder aufrecht steht verändert seine innere Haltung. Die Art und Weise, wie wir denken oder fühlen ist eng mit unseren körperlichen Erfahrungen, Haltungen oder Bewegungen verbunden.
«Wenn Sie einen entspannten Körper wollen, können Sie es tun, indem Sie Ihren Geist entspannen. Wenn Sie einen entspannten Geist wollen, entspannen Sie Ihren Körper.» Jay Winner
Schauen Sie sich die Cartoons der Peanuts an, dort wurde dieser Zusammenhang schon vor Jahrzehnten anschaulich gezeigt.
Da der Körper in der Psychosomatik für die Seele spricht, ist eine körper- und damit erfahrungs-erlebnis-orientierte Psychotherapie, also eine Therapie, unter Einbezug körperlicher Aspekte besonders erfolgreich. Auf diese Weise können unbewusste psychische Prozesse sich im Bewusstsein zeigen und bearbeitet werden.
